Kindesentziehung Graz – Fall Oliver: Vater vor Gericht erschienen


June 6, 2013

Source: Kurier.at

Däne ist in Graz wegen schwerer Nötigung und Freiheitsentziehung angeklagt.

Deutschland-kindentfuhrung

Der Vater des sechsjährigen Oliver ist am Donnerstag zu seinem Prozess im Grazer Straflandesgericht erschienen. Im Zusammenhang mit der Kindesentziehung im April 2012 hat die Staatsanwaltschaft den Dänen wegen schwerer Nötigung und Freiheitsentziehung angeklagt. Der Beschuldigte war bei beim vergangenen Termin vor zwei Monaten nicht erschienen, die Verhandlung musste damals vertagt werden.

Der 42-Jährige war bereits im September 2012 zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt worden, das Oberlandesgericht gab der Berufung allerdings statt und verfügte, dass neu verhandelt werden muss. Beim ersten Verhandlungstermin der Neuauflage erschien der Däne dann nicht, also vertagte Richter Stefan Koller.

Vater: “Habe in Österreich Obsorge”

Der Vater von Oliver zeigte sich in der Verhandlung erneut davon überzeugt, dass er rechtmäßig gehandelt habe, als er den Sechsjährigen von Graz nach Dänemark brachte. Eine Zeugin schilderte den Vorfall vor einem Kindergarten allerdings weniger harmlos als der Angeklagte: Sie habe “laute, panische Schreie” einer Frau vernommen und dann ein Auto wegrasen gesehen.

Die Anwältin der Mutter fragte den Angeklagten ganz konkret, nachdem er zuvor eher ausweichend geantwortet hatte: “Wer hat die Obsorge in Österreich?” “Ich”, kam es ohne Zögern vom Beschuldigten. “Wie kommen Sie darauf?”, hakte die Anwältin, die schon unzählige Male erklärt hatte, dass ihre Mandantin das alleinige Sorgerecht in Österreich innehabe, nach. “Weil die dänische Entscheidung nach meiner Rückkehr mit Oliver erneut bestätigt wurde, ich habe auch das internationale Sorgerecht”, war der Däne überzeugt. Von diesem “internationalen Sorgerecht” wusste außer ihm allerdings niemand etwas.

Als Zeugin wurde eine Frau befragt, die den Vorfall vor dem Kindergarten im April vorigen Jahres mitbekommen hatte. Sie schilderte, dass sie zunächst eine “zornige, sich wehrende Kinderstimme” vernommen habe, anschließend hörte sie “laute, panische Schreie” einer Frau. Dann sah sie noch ein Auto derart schnell wegfahren, dass sie zunächst an einen Autounfall mit Fahrerflucht gedacht habe.

Ein Urteil sollte planmäßig noch am selben Tag erfolgen.

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